Interviews und Stellungnahmen
Januar 2025
Interview mit dem spanischen Filmregisseur Carlos Marques-Marcet über seinen Film «Polvo serán» («They Will Be Dust»)
«Polvo serán» ist ein fiktives Drama mit musikalischen Elementen. Teile des Films wurden in der Schweiz gedreht, unter anderem bei DIGNITAS.
Der Film wurde im September 2024 am Toronto International Film Festival uraufgeführt, wo er mit dem Platform Award ausgezeichnet wurde. Danach wurde er an verschiedenen anderen Festivals gezeigt und mit weiteren Preisen und Auszeichnungen bedacht. «Polvo serán» kam im November 2024 in die spanischen Kinos.

Die Handlung: Bei der 70-jährigen Claudia wird eine unheilbare Krankheit diagnostiziert und sie beschliesst, ihr Leben durch einen assistierten Suizid zu beenden. Der Film zeigt Claudias emotionale Reise rund um ihre Entscheidung sowie die komplexe Familien- und Beziehungsdynamik und den Umgang mit der Situation. Claudias Ehemann Flavio, der seit 40 Jahren mit ihr verheiratet ist, kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen und beschliesst, mit ihr gemeinsam in die Schweiz zu reisen. Tochter Violeta wird zur Vermittlerin zwischen den beiden, während sie selbst versucht, ihre Gedanken zu ordnen.
Im Interview gibt Carlos Marques-Marcet spannende Einblicke in die Entstehung des Films sowie in die persönliche und künstlerische Auseinandersetzung mit dem selbstbestimmten Sterben.
DIGNITAS: Was hat Sie dazu bewogen, sich mit dem Thema eines selbstbestimmten Lebensendes in einem Familienkontext zu beschäftigen?
Carlos Marques-Macet: Ich habe schon als Kind viel über den Tod im allgemeinen nachgedacht: Das hat mir tatsächlich geholfen, ein sehr lebensbejahender Mensch zu sein. Die Geschichte selbst begann, als mir eine Familie – enge Freunde von mir und Schauspieler, mit denen ich zuvor gearbeitet hatte – erklärte, dass sie Mitglied in einem Verein in der Schweiz seien und dass das ältere Ehepaar sein Leben gemeinsam beenden wolle, falls einer von ihnen schwer erkranken würde. Das hat mich umgehauen, und ich schlug ihnen vor mehr als fünf Jahren vor, einen Workshop durchzuführen, um zu versuchen, aus ihrem Ansinnen einen Film zu entwickeln. Am Ende konnten sie aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst im Film mitspielen, doch ich verdanke ihnen dessen Herzstück.
DIGNITAS: Der Film webt einen Familienkontext, der zeigt, wie ambivalent die eigenen Gefühle sein können, wenn sich jemand entscheidet, sein Leben selbstbestimmt zu beenden. Es stellen sich viele Fragen, alte Konflikte brechen auf, Reibungen kommen an die Oberfläche, Gefühle wie Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Alle müssen sich mit der Realität von Claudias Krankheit und der Entscheidung von ihr und Flavio auseinandersetzen, ob sie wollen oder nicht. Wie sind Sie bei der Entwicklung der Szenen und Dialoge vorgegangen?
Carlos Marques-Macet: Das Wichtigste ist für mich, keine der Figuren zu verurteilen, die Konflikte aufzuzeigen ohne Partei zu ergreifen und verschiedene Standpunkte aufzuzeigen. Es ist Sache des Zuschauers, sich ein Urteil zur Frage zu bilden «Was würde ich in dieser Situation tun?». Die Szenen selbst entstammen verschiedenen Quellen: Viele von ihnen sind Adaptionen von Transkriptionen der Übungen und Improvisationen während des Entwicklungsworkshops mit der ursprünglichen Familie. Andere Szenen haben ihren Ursprung in der Recherche- und Dokumentationsphase, die ich immer durchlaufe, wenn ich ein Drehbuch schreibe. Ich sammle jede Menge Material aus unterschiedlichen Quellen: Gespräche mit Menschen, Lektüre, Dokumentarfilme, Musik usw.
Der schwierigste Teil des Prozesses ist für mich das Zusammenstellen interessanter Szenen, die über blosse Wendepunkte hinausgehen. Ich mag keine Wendepunkte, ich versuche stattdessen, Momente zu sammeln, die etwas über die Menschen und die Themen verraten, mit denen ich mich beschäftige. Das Schreiben der Dialoge geht mir dann sehr leicht von der Hand, die Figuren und die Situation sprechen wie von selbst. Es ist fast so, als würde man eine Improvisation machen, jedoch alle Rollen selbst spielen.
DIGNITAS: Was war Ihnen bei der Besetzung der Rollen wichtig, und wie unterscheidet sich dies von anderen Filmprojekten?
Carlos Marques-Macet: Da das Projekt mit dieser einen Familie konzipiert und geplant wurde, war mein erster Gedanke, als sie mir mitteilten, dass sie den Film nicht machen können, ihn abzusagen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand anderes diese Rollen spielen würde. Doch dann drängten mich meine Produzenten, wenigstens zu versuchen, andere Personen für die Rollen zu finden. Angela Molina war dann eine ganz natürliche Wahl, denn nur eine Schauspiellegende wie sie konnte das verkörpern, was die Figur brauchte. Und sie IST herausragend. Für die Rolle des Flavio brauchten wir einen sehr smarten Schauspieler, jemanden, der alles mit einem einzigen Blick sagen kann, und Alfredo Castro ist der Meister des «Weniger-ist-mehr». Ich brauchte zwei Schauspieler, die gegensätzlich und doch komplementär sind: Angela ist pures Feuer und Luft, Alfredo ist überaus geerdet. Sie ergänzten sich und zogen einander gleichzeitig gegenseitig in unbekannte Gefilde. Ausserdem brauchte ich Schauspieler, die mutig genug
sind, sich mit Dingen zu konfrontieren, die sich viele Menschen nicht zutrauen. Alfredo und Angela sind furchtlos, und das ist eine ungewöhnliche Eigenschaft bei einem Schauspieler, denn normalerweise sind Schauspieler von Natur aus eher unsicher, weil sie sich anderen gegenüber exponieren.
DIGNITAS: Sie haben grossen Wert darauf gelegt, an Originalschauplätzen wie dem Krematorium und dem DIGNITAS-Haus zu drehen. Weshalb war Ihnen das wichtig?
Carlos Marques-Macet: Je älter ich werde, desto weniger traue ich der Vorstellung von der Realität als etwas Objektivem. Doch das Kino ist die einzige Kunst, die die Eigenschaft hat, Menschen und Orte zu dokumentieren. Das ist für mich das wichtigste Spannungsfeld beim Filmemachen: die träumerische Qualität der bewegten Bilder und ihre Fähigkeit, die Welt zu dokumentieren. Drehorte und Besetzung sind meiner Meinung nach die wichtigsten Entscheidungen, die wir als Filmemacher treffen können, um Gefühle und Gedanken zu vermitteln.
Wir hatten eine klare Vorstellung davon, dass wir uns durch Musik und Tanz der «unaussprechlichen» Seite des Todes annähern würden, doch um das zu kompensieren, mussten wir den Prozess des assistierten Sterbens so wahrheitsgetreu wie möglich dokumentieren. Wir mussten das Publikum ins Geschehen hineinversetzen, es ein Stück weit miterleben lassen, wie es ist, an diesen Orten zu sein und in diesen Prozess einzutauchen. Die Dreharbeiten im DIGNITAS-Haus waren für uns das wichtigste Element, um dieses Gefühl beim Publikum zu erzeugen. Auch wenn die Leute nicht wissen, dass es sich um das eigentliche Haus handelt, fängt die Kamera etwas ein, das sich sehr authentisch anfühlt.
Für mich geht es beim Filmemachen auch darum, ein wenig Licht in Dinge zu bringen, die auf eigenartige Weise verborgen und unausgesprochen sind, und das war auch ein Grund, auf realen Schauplätzen wie dem Haus oder dem Krematorium zu bestehen. Wenn man diese Dinge erst einmal ans Licht bringt, ist es viel einfacher, gegen Tabus anzukämpfen.
DIGNITAS: Eine Ambivalenz bleibt durchgehend bestehen: Wird Flavio sein Leben gemeinsam mit Angela beenden? Beide Optionen sind nachvollziehbar. Wussten Sie von Anfang an, wie der Film enden würde?
Carlos Marques-Macet: Das ist eine der Fragen, die wir in den Fragerunden mit dem Publikum nach der Vorführung am häufigsten gestellt bekommen. Es ist bemerkenswert, denn das Ende und der Anfang des Films waren die beiden Dinge, die für mich von Anfang an klar waren. Alles, was dazwischen liegt, hat sich stark verändert. Schon während der Dreharbeiten, als wir mit Alfredo Castro an seinen Szenen arbeiteten, wurde uns klar, dass wir das Drehbuch abändern mussten, um seiner Entscheidung mehr Komplexität zu verleihen. Für Alfredo hat die Begegnung mit dem DIGNITAS-Haus und dem DIGNITAS-Team sehr viel verändert, und ich habe versucht, das, was der Schauspieler erlebt hat, einzufangen und auf die Figur zu
übertragen.
DIGNITAS: Hat sich Ihre Einstellung zum assistierten Suizid im Laufe des Filmprojekts verändert?
Carlos Marques-Macet: Sie hat sich sehr verändert! Wenn ich jetzt höre, dass jemand den Begriff «Sterbetourismus» benutzt, bin ich bereit zu kämpfen. Ich bin mir der vielen falschen Vorstellungen und Ideen, die die Sensationspresse über Sterbehilfe verbreitet hat, viel bewusster geworden und fühle mich fast persönlich verpflichtet, sie zu entlarven. Auch auf einer persönlicheren Ebene sind dabei viele ethische Fragen aufgetaucht, und mit ihnen die Erkenntnis, wie wichtig es ist, dass wir über Sterbehilfe ohne Tabus reden und diskutieren. Für mich gibt es Fragen auf zwei verschiedenen Ebenen, der gesellschaftspolitischen und der existenziellen. Ich denke, dass Aktivismus und Organisationen wie DIGNITAS auf der ersten Ebene grossartige Arbeit leisten. Da geht es nicht darum, ob Sterbehilfe eine Option ist, die man für sich selbst wählen würde, sondern darum, jedem das Recht zu geben, Zugang dazu zu haben.
Auf der anderen Seite sind wir von der kreativen und künstlerischen Seite geeignet, uns mit den existenziellen und persönlichen Fragen zu befassen, nicht so sehr, um Antworten zu finden, sondern um uns mehr und präzisere Fragen zu stellen. Wie wollen wir sterben? Wie gehen wir mit den Menschen um, die wir zurücklassen? Was ist das richtige Gleichgewicht zwischen persönlicher Entscheidung und gemeinschaftlicher Verantwortung? Was macht jemanden egoistisch in seinen Entscheidungen oder in der Akzeptanz/Nicht-Akzeptanz der Entscheidungen anderer Menschen?
DIGNITAS: Wie ist die Crew mit diesem Thema umgegangen?
Carlos Marques-Macet: Eines der schönsten Dinge bei den Dreharbeiten zu diesem Film war es, zu sehen, wie die Beschäftigung mit diesem Thema alle Beteiligten in vielerlei Hinsicht verändert hat. Während wir den Film vorbereiteten und drehten, erkrankte die Mutter einer Crewkollegin, mit der ich eng zusammenarbeitete, an Krebs im Endstadium. Anfangs war es sehr schwer für sie, mit der Situation ihrer Mutter umzugehen, doch der Aufenthalt bei DIGNITAS und die Begegnung mit dem Team öffneten etwas in ihr. Als wir uns einige Monate nach den Dreharbeiten nochmals miteinander unterhielten, war ihre Mutter bereits verstorben. Sie sagte mir, dass sie glücklich darüber sei, dass sie sie durch den Prozess hindurch wirklich begleiten konnte. Sie empfand die Erfahrung des Loslassens, auch wenn sie sehr schwierig war, als eines der schönsten Dinge, die sie erlebt hatte. Die Konfrontation mit dem selbstbestimmten Lebensende kann uns helfen, das Sterben wieder als einen Prozess zu begreifen, mit dem wir umgehen und den wir aktiv gestalten wollen, den wir leben und vor dem wir nicht die Augen verschliessen wollen, und der voller Liebe sein kann.
Der Choreograf des Films, Marcos Morau, war fast nicht in der Lage gewesen, das Krematorium überhaupt zu betreten, um die Szene dort zu drehen, doch nach den Dreharbeiten hat er eine Tanzshow über die Idee des Totentanzes gemacht, in der er alle seine Ängste, die damit verbunden sind, eingehend erforscht. Es ist fast so, als ob wir, wenn wir anfangen, über den Tod zu reden, immer weiterreden müssen, weil es uns tatsächlich sehr guttut.
DIGNITAS: Ist Sterbehilfe eine Option, die Sie selbst eines Tages in Betracht ziehen würden?
Carlos Marques-Macet: Ja, doch ich habe keine feste Antwort darauf. Ich liebe das Leben sehr, und das macht es schwierig für mich, mir vorzustellen, dass es einen Moment geben könnte, an dem ich beschliesse, dass ich genug habe. Mich macht das Leben süchtig, und es ist schwer, damit aufzuhören. Aber natürlich hatte ich bisher auch grosses Glück mit meiner Gesundheit und meinen Lebensmöglichkeiten, und wenn die Gesundheit fehlt, kann alles andere an Bedeutung verlieren. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass ich dem Tod lieber mit vollem Bewusstsein begegnen möchte, dass ich meinen Tod «leben» möchte.
November 2024
Der Tod von Chika Kapadia – die Sicht einer Freundin
von Shonali Bose*, Indien November 2024
Als mein Freund Chika Kapadia, den ich seit 25 Jahren kenne, mir die Nachricht überbrachte, dass er nur noch vier Monate zu leben habe und ich zu seiner Abschiedsparty nach Zürich kommen solle, war ich am Boden zerstört und fassungslos.
Er hatte erst 48 Stunden zuvor erfahren, dass er im Endstadium seiner Erkrankung war, und als er hörte, dass sein Ende schmerzhaft sein würde, fragte er seinen Arzt, ob es einen Ausweg gäbe. Der Arzt flüsterte «Zürich», bevor er den Hörer auflegte. Er weigerte sich, etwas über einen würdevollen Tod zu sagen, da dies angeblich gegen seinen hippokratischen Eid verstosse. Doch er gab einen Hinweis. Chika googelte sofort nach «Zürich» und «Sterben» und stiess auf «Dignitas – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben». Und er entschied sich für diese würdevolle und friedliche Art, rasch zu sterben. Weder er noch ich hatten je von dieser Wahlmöglichkeit und diesem Weg gehört, der jedem Bürger der Welt offensteht. Wir waren überwältigt.
Vier Monate später, im August 2022, kamen wir zu seiner «Abschiedsparty», wie er sie nannte. Zwei Tage vor meiner Abreise nach Zürich rief mich Chika in Bombay an und äusserte einen letzten Wunsch: Ob ich seinen Tod filmen würde? Ich sagte natürlich ja. Ich würde alles tun, was er wollte. Er fragte mich, weil ich Filmemacherin bin, und er wusste auch, dass mir das Thema Tod nicht unangenehm ist und ich nach dem Verlust meines Sohnes im Teenageralter sehr gut damit zurechtkomme.
Es gab zwar schon einige Filme über diesen Weg, doch keinen mit einem Inder. Chika wollte, dass sein Tod einen Diskurs über das Recht auf ein Sterben in Würde eröffnet. Die erste Reaktion von Dignitas war, uns die Drehgenehmigung zu verweigern. Doch Chika und ich gaben nicht auf. Als ich ankam, trafen wir das Dignitas-Team und setzten uns erneut mit Überzeugung für unseren Film ein. Das Team nahm sich ein paar Tage Zeit, um intern darüber zu diskutieren und kam mit einem JA zurück! Wir waren überglücklich. Man hätte nicht gedacht, dass Chika schon sehr bald sterben würde – so glücklich waren wir darüber. Bei diesem Film haben wir zu zweit Regie geführt: Nilesh Maniyar, mein kreativer Partner und auch er ein Freund von Chika, und ich. Da die Idee in letzter Minute aufkam, konnte Nilesh kein Visum mehr für die Schweiz bekommen. Ich schickte ihm jeweils das Filmmaterial, und er führte aus der Ferne Regie. Das gab ihm Perspektive und Objektivität, während ich mitten im emotionalen Sturm bis zum gewählten Sterbe-Zeitpunkt gefangen war. Das Gefühl, dass die Zeit abläuft, fühlte sich schwer und bedrückend an. Nilesh entschied, dass der Film besser als Geschichte einer Freundschaft funktionieren würde, und bat mich, die Kamera auch auf mich selbst zu richten und zu dokumentieren, was ich durchmachte.
Der Film – «A Fly on the Wall»* – hatte kürzlich seine Weltpremiere auf dem Busan Film Festival in Südkorea. Er ist eine Geschichte über Freundschaft und über das Recht, in Würde zu sterben. Die entscheidende Szene des Films ist tatsächlich die letzte, die Sterbeszene. Und dafür hat Chika in seinen letzten zwei Wochen hart gekämpft. Er war der festen Überzeugung, dass der Anblick dieser Szene den Menschen die Schönheit und Einfachheit, die Würde und den Frieden einer ärztlich unterstützten, begleiteten Lebensbeendigung vor Augen führen würde. Wir betraten das Haus von Dignitas, in dem die Begleitungen stattfinden. Wir lachten, wir scherzten, wir hörten Musik. Chika stand am Fischteich und war einige Augenblicke allein. Als er bereit war, trank er das tödliche Medikament. Wir wussten, und es wurde uns auch nochmals gesagt, dass er bis zu diesem Zeitpunkt nein sagen konnte. Wir wussten, dass
Menschen manchmal ihre Meinung in letzter Minute ändern.
Ich glaube, dass der Film als Vermächtnis Chika geholfen hat, seine Entscheidung durchzuziehen. Es war fast so, als würde er seinen Tod spielen. In den letzten zwei Minuten, bevor er die Augen schloss, drehte er sich zur Kamera und rezitierte Robert Frosts «Stopping by Woods on a Snowy Evening». Die letzten beiden Zeilen lauten: «The woods are lovely dark and deep; but I have promises to keep and miles to go before I sleep.»** Danach legte er seinen Kopf auf die Couch, auf der er sehr würdevoll sass, und schloss sanft die Augen. Und das war’s. Die Reaktion des Publikums auf diesen Film war überwältigend und herzerwärmend. Genau das, was Chika wollte, und noch viel mehr. Womit keiner von uns – weder Nilesh noch Chika noch ich selbst – gerechnet hatte, war, dass so viele junge Menschen den Film sehen würden und dass er ihnen ein Gefühl von Leichtigkeit und Frieden im Umgang mit Tod und Verlust vermitteln würde. Die Präsidentin der «Korea Association of Right to Die» (KARD) in Seoul reiste vier Stunden mit dem Zug an, um den Film zu sehen, und konnte keine Eintrittskarte bekommen, da er ausverkauft war. Wir überliessen ihr unsere Plätze und waren sehr gespannt, wie sie als Aktivistin reagieren würde. Sie liebte den Film und sagte, sie hoffe, dass er öffentlich verfügbar wird, da er ihren bevorstehenden Kampf im Parlament für ein Sterbehilfegesetz unterstützen würde.
Ich bin dem Dignitas-Team zutiefst dankbar, dass es meinem Freund seinen letzten Wunsch erfüllt und ihm die Möglichkeit gegeben hat, mit seinem eigenen Tod ein Vermächtnis zu einem Thema zu schaffen, das für jeden einzelnen Menschen so wichtig ist.

*«A Fly on the Wall» wird derzeit an verschiedenen Filmfestivals weltweit gezeigt und ist anschliessend auf einer Onlineplattform verfügbar; Kontakt: shonalibose@hotmail.com
** «Der Wald lockt tief und dunkel nun –
Doch ich hab‘ noch mein Teil zu tun
Und weit zu wandern bis zum Ruh’n,
Und weit zu wandern bis zum Ruh’n.»
(Deutsche Übersetzung von Walter A. Aue)
November 2024
Ispirierende Referate, Podiumsdiskussionen, wissenschaftliche Forschungsarbeiten
Die «World Federation of Right to Die Societies»-Konferenz 2024, 21. September in Dun Laoghaire nahe Dublin
von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Die World Federation of Right to Die Societies (WFRtDS) hält alle zwei Jahre eine Generalversammlung ab, bei der sich ihre Mitglieder-Organisationen treffen. Die WFRtDS ist die weltumspannende, gemeinnützig tätige Dachorganisation der Organisationen, die sich für ein selbstbestimmtes und würdiges Lebensende engagieren. Die biennale Versammlung ist Teil einer öffentlichen Konferenz, organisiert von einem der WFRtDS-Mitglieder, von denen es 60 in 30 Ländern rund um die Welt gibt. Die diesjährige Konferenz wurde von End of Life Ireland veranstaltet, einer gemeinnützigen Organisation von Freiwilligen, die für selbstbestimmte Sterbehilfe als zulässige Lebensende-Wahlmöglichkeit eintreten.
Auftakt zur eigentlichen Konferenz war eine öffentliche Veranstaltung, die sich einem Thema annahm, das weltweit an Aufmerksamkeit gewinnt: Demenz. Die Kanadierin Jule Briese präsentierte ihr Stück, eine Lesung, «Ten Minutes to Midnight», das auf dem von ihr und Wayne Briese geschriebenen Buch «Shared Conversations – Glimpses of Alzheimer’s» basiert. Es beschreibt den Weg mit ihrem an Demenz erkrankten Ehemann Wayne, der sagte: «Ich will nicht als verlorene Seele in einem Pflegeheim enden.» Und der nach vier Jahren mit Demenz Sterbehilfe (medical assistance in dying, MAiD) beanspruchte. Der Ire Tom Curran, der seine Partnerin Marie Fleming unterstützt hatte, vor Gericht ihr Recht auf Zugang zu legaler Unterstützung zur Beendigung ihres Leidens und Lebens aufgrund von Multipler Sklerose zu erkämpfen, übernahm die Rolle von Wayne. Carmel Geoghegan von der Organisation Dementia Ireland las Jule. Das Stück ist ein Ausschnitt der Gespräche zwischen Jule und Wayne, die zeigen, wie beide auf der Lebensreise mit Demenz verbunden blieben.
Die biennale WFRtDS-Zusammenkunft ist eine bedeutende Veranstaltung, um sich mit Kollegen und Expertinnen auszutauschen, besonders jenen von weit entfernten Ländern, und bezüglich der weltweiten Entwicklungen in Lebensende-Wahlmöglichkeiten auf den neusten Stand zu kommen. Der Vorstand und das Team der WFRtDS zeigten, dass diese Organisation ein robuster und wachsender Dachverband ist. Vier neue Mitgliedsorganisationen konnten begrüsst werden: Irish Doctors supporting MAiD, DescLAB aus Kolumbien, sowie aus den USA Maine Death with Dignity und Dying Right North Carolina.
Die zwei öffentlichen Konferenztage waren gefüllt mit inspirierenden Referaten, Podiumsdiskussionen, sowie Kurzvorträgen zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, die diverse Aspekte der Bedeutung von Gesundheits-Vorsorgeplanung (Patientenverfügung, usw.), Palliativpflege, Sicherung des Wohlergehens bis ans Lebensende, Sterbehilfe und mehr beleuchteten.
Referierende aus den Bereichen Sozialarbeit, medizinische Versorgung, Recht und weiteren aus der ganzen Welt ermöglichten wertvolle Einblicke in ihre Arbeit und ihr Engagement dafür, was die Organisation End of Life Ireland so auf den Punkt bringt: «Ein sanfterer Tod ist möglich». Es sind Videoaufnahmen verfügbar, welche die zum Nachdenken anregenden Referate und Diskussionen zeigen und ein tieferes Verständnis der wichtigen Themen rund um Lebensende-Wahlmöglichkeiten vermitteln. Die WFRtDS Konferenz 2026 findet in Tokyo statt, Gastgeber wird die Japan Society for Dying with Dignity sein.
Februar 2024
Ansichten von Angehörigen von Menschen, die sich für Suizidhilfe entschieden haben –
Eine neue Doktorarbeit aus Grossbritannien von Dr. Megan Knights[-Hitchcock]
Hintergrund und Forschungsinteresse
Suizidhilfe gewinnt weltweit an Bedeutung, so auch in Grossbritannien. Dort bleibt sie jedoch vorerst strafbar, so dass sich britische Staatsbürger noch immer in die Schweiz begeben müssen, um diese in Anspruch zu nehmen. Begleitpersonen riskieren im eigenen Land eine Strafverfolgung. Dr. Megan Knights[-Hitchcock]* hat in ihrer Doktorarbeit «Understanding the Perspectives of UK-Based Family Members of People who have Chosen to End their Life by Assisted Dying» die Ansichten von Hinterbliebenen untersucht. Dabei zeigten sich vier Hauptthemen:
Ein Leben, das von Krankheit bestimmt wird: Angehörige machen sich Gedanken darüber, was «Lebensqualität» eigentlich bedeutet und wie sie sich durch eine Diagnose verändern kann.
Autonomes Leben: Ein autonomes Leben ist wichtig und dazu gehört es auch, über das eigene Lebensende zu bestimmen. Auch wenn die Entscheidung für Suizidhilfe für Angehörige belastend sein kann, ist es wichtig, die Person auf ihrem Weg zu unterstützen.
Orientierung in einem illegalen Themenfeld: Mit wem kann man über die Entscheidung reden? Wie steht es beispielsweise mit dem medizinischen Personal? Die Angehörigen hätten sich eine Orientierungshilfe im Umgang mit dem in Grossbritannien illegalen Prozess der Begleitung eines Angehörigen gewünscht.
Suizidhilfe sollte legalisiert werden: Angehörige betonen die Wichtigkeit der Autonomie der Betroffenen und sehen Suizidhilfe als Fortschritt. Es brauche Regeln für die Gewährung der Sicherheit, es sei jedoch auch wichtig, Menschen den Zugang nicht zu verwehren.
Eine ausführlichere Zusammenfassung ist hier verfügbar (in Englisch)
Die ganze Doktorarbeit ist online frei verfügbar (in Englisch)
* Dr. Megan Knights[-Hitchcock] ist Psychologin. Sie hat kürzlich ihr Doktorat in klinischer Psychologie an der Universität Hertfordshire (UH) abgeschlossen.
23. Januar 2022
«Freitod ist ein Menschenrecht»
Interview mit Ludwig A. Minelli, Gründer des Vereins «DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben», in der Südtiroler «Tageszeitung».
12. November 2021
Vernehmlassung zum Sterbeverfügungsgesetz in Österreich | 150/ME
Mit Urteil vom 11. Dezember 2020 befand der österreichische Verfassungsgerichtshofs das Blankoverbot des assistierten Suizids für verfassungswidrig. Das Urteil tritt per 1. Januar 2022 in Kraft; diese aufschiebenden Wirkung soll dem Gesetzgeber die Mögliichkeit gewähren, allenfalls ein die Materie regelndes Gesetz vorzulegen. Am 23. Oktober präsentierte die Regierung den «Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem ein Sterbeverfügungsgesetz erlassen und das Suchtmittelgesetz sowie das Strafgesetzbuch geändert werden» zur Begutachtung mit einer kurzen dreiwöchigen Frist. DIGNITAS hat den Gesetzesentwurf geprüft und stellt fest, dass manche Bestimmungen einer erneuten verfassungsgerichtlichen Überprüfung wohl nicht standhalten würden.
Stellungnahme von DIGNITAS (PDF)
Webseite des Parlaments mit Informationen zum Entwurf
Aufsatz «Braucht Österreich jetzt ein Spezialgesetz für die Suizidhilfe?»
Artikel «Die Sterbeverfügung als neue Rechtsfigur am Lebensende»
23. November 2018
In Würde sterben: Ein Gespräch mit DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Im Rahmen der Themenwoche «Tabu-Thema Alter» hat «Radio 24» in Zusammenarbeit mit dem Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich und Altersheimen diverse Hintergrundbeiträge rund um das Thema Alter erarbeitet.
28. Juni 2018
Vernehmlassung zum Vorentwurf des Gesundheitsgesetzes Kanton Wallis
Das Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK) des Kantons Wallis informierte am 9. April 2018, dass das vom Grossen Rat am 14. Februar 2008 verabschiedete aktuelle Gesundheitsgesetz angesichts der Entwicklungen des Bundesrechts, aber auch zur Verbesserung gewisser Bestimmungen über die Patientenrechte, die Vorsorgequalität und die Aufsicht, einiger Anpassungen bedarf. Daraufhin hatte das DGSK einen Gesetzesvorentwurf ausgearbeitet, welcher mit Ermächtigung des Staatsrates der Öffentlichkeit zur Vernehmlassung unterbreitet wurde.
DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben hat den den Gesetzesvorentwurf geprüft und stellt fest, dass er an mehreren Stellen nicht dem geltenden übergeordneten Recht entspricht und den Aspekt, dass die Zahl der Suizidversuche durch einen ergebnisoffenen und progressiven Umgang mit Lebensendefragen verringert werden kann, gänzlich ausser Acht lässt. Deshalb beantragt DIGNITAS eine Überarbeitung des Entwurfs.
Stellungnahme von DIGNITAS (PDF)
27. Februar 2018
SAMW: Richtlinien-Entwurf entspricht nicht dem Recht auf Selbstbestimmung des Patienten
Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) informierte die Öffentlichkeit Mitte November 2017, dass sie einen Entwurf der Richtlinien «Umgang mit Sterben und Tod», welche die Richtlinien «Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende» aus dem Jahr 2004 ersetzen soll, zur Vernehmlassung bis 24. Februar 2018 verabschiedet hat. DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben reichte der SAMW eine Stellungnahme ein, die verschiedene Aspekte beleuchtet, wie zum Beispiel die Rechtsgrundlagen, die Tätigkeit der SAMW, Entwicklungen hin zum vorgelegten Entwurf, usw. DIGNITAS stellt fest, dass der Richtlinien-Entwurf der SAMW dem Recht auf Selbstbestimmung des Patienten in einigen Punkten nicht entspricht. Der Entwurf enthält zum Teil schwammige Formulierungen und unklare Begriffe. Vor allem aber berücksichtigt er an mehreren Stellen juristisch Gebotenes nicht. Vereinzelt ist ein Abstellen auf persönlich-weltanschauliche Sichtweisen zu erkennen. Darüber hinaus weist der Richtlinien-Entwurf an keiner Stelle darauf hin, dass die Zahl der Suizidversuche durch einen ergebnisoffenen und progressiven Umgang mit Lebensendefragen verringert werden kann.
Stellungnahme von DIGNITAS zuhanden der SAMW (PDF)
Medienmitteilung vom 27. Februar 2018 (PDF)
9. November 2017
Znacht der Zukünfte: Tod.
Eine Diskussion im Zentrum Karl der Grosse, Zürich, in der Perspektive des Jahres 2030, mit Blick zurück auf was seit 2017 geschehen ist. Mit Johann Roduit, Gründer von NeoHumanitas und Managing Director des UZH Center for Medical Humanities, Gastgeber Nicola Forster, crstl.io und foraus, Silvan Luley von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben und Gästen.
Diskussionsinput / Einblick in die Zukunft (PDF)
Skript/Handout (PDF)
12. Oktober 2017
Interpellation «Sterbehilfe im Thurgau»
Am 23. November 2016 reichten Andrea Vonlanthen (SVP), Astrid Ziegler (CVP) und Hansjörg Haller (EVP) die Interpellation «Sterbehilfe im Thurgau» ein. DIGNITAS lud den Regierungsrat des Kantons Thurgau am 31. Januar 2017 zu einem von Fachwissen und sachlichen Argumenten geprägten Diskurs (PDF) ein, welche dieser nicht annahm. Der Regierungsrat beantwortete die Interpellation am 5. September 2017. Am 10. Oktober 2017 unterbreitete DIGNITAS den Mitgliedern des Grossen Rates und dem Regierungsrat im Hinblick auf die für den 25. Oktober 2017 ab 9:30 Uhr anberaumte Debatte im Rathaus Weinfelden eine Stellungnahme (PDF) zur Interpellation und zur Antwort des Regierungsrats.
9. Mai 2017
«Unser Ziel? Irgendwann zu verschwinden»
Interview in «Der Landbote» mit Ludwig A. Minelli, dem Gründer unseres Vereins «DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben».
9. Januar 2017
«Lunch-Talk» mit Ludwig A. Minelli und Sandra Martino
«Lunch-Talk» Sendung von TELE TOP und den Zürcher Oberland Medien in Wetzikon. Gründer Ludwig A. Minelli und Leitungsmitglied Sandra Martino von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben stellen sich den Fragen von Moderator Stefan Nägeli.
28. November 2016
«Sterben und Tod – Tabuthemen offen diskutieren»
Diskussionsrunde im «Haus zum Schiff», Ermatingen, mit:
René Küenzli, Präsident Top60-Thurgau
Max Dösegger, ehemaliger Haus- und Kantonsarzt Thurgau
Silvan Luley, DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Robert Böhni, Moderation, Bodensee TV
12. / 13. September 2015
«Bei uns zu sterben ist kompliziert»
Interview mit Ludwig A. Minelli in der «TAZ am Wochenende» (PDF).
9. Juli 2015
«Würdevoll sterben – aber wie?»

Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Dieter Birnbacher, DGHS
Michael Brand, MdB (CDU)
Dr. med. Bruno Eisemann, Leitender Palliativarzt, Pallium e. V.
Thomas Jammerthal, Dekan, Evang. Kirchenbezirk Baden-Baden/Rastatt
Ludwig Minelli, Gründer von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben, Forch
Moderation: Lukas Meyer-Blankenburg, Redakteur, SWR – Religion & Welt
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9. Juli 2015
Suizidbeihilfe: erste Beratung von vier Gesetzesentwürfen
Am Donnerstag, 2. Juli 2015 fand im Deutschen Bundestag eine Erste Beratung von vier Gesetzesentwürfen zur Regelung, respektive Einschränkung der Suizidbeihilfe statt. Dignitas hat die Debatte verfolgt und kommentiert.
Stenografischer Bericht des Bundestages mit Kommentaren von Dignitas (PDF)
20. November 2014
Suizidbeihilfe: Umfrage der SAMW unter Ärzten
Stellungnahme von DIGNITAS (PDF) zur Umfrage der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) unter Ärzten zur Suizidbeihilfe.
19. November 2014
Sterbebegleitung: Debatte im Deutschen Bundestag
Am Donnerstag, 13. November 2014 fand im Deutschen Bundestag eine Debatte über Sterbebegleitung statt. Dignitas hat die Debatte verfolgt und kommentiert.
Stenografischer Bericht des Bundestages mit Kommentaren von Dignitas (PDF)
11. September 2014
Verbot der Sterbehilfe in österreichischer Verfassung?
Die an der gegenwärtigen österreichischen Koalition beteiligten Parteien haben in ihrem Regierungsprogramm vorgesehen, Sterbehilfe in der Verfassung zu verbieten. Da dieses Projekt nach Auffassung von DIGNITAS den grundlegenden Werten und Zielen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zuwiderläuft, hat DIGNITAS zuhanden der Enquetekommission «Würde am Ende des Lebens» des österreichischen Parlaments eine Stellungnahme (PDF) eingereicht.
26. Februar 2014
Diskussion in Österreich
«Umfassender Lebensschutz tut Not – Verbote verhindern ihn» – Referat von Ludwig A. Minelli an der Pressekonferenz der Initiative «Religion ist Privatsache» in Wien (PDF).
«Sterbehilfe – Straftat oder Grundrecht?» Podiumsdiskussion, 26. Februar 2014, Aula am Campus der Universität Wien (YouTube).
Es diskutierten:
NRAbg. Dr. Franz-Josef Huainigg, Behindertensprecher der ÖVP
Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer, Inst. für Staats- und Verwaltungsrecht der Uni Wien
Ludwig A. Minelli, Rechtsanwalt, Gründer von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Moderation: Julia Herrnböck, DER STANDARD
Nachlese zur Podiumsdiskussion
TV-Beitrag: Zeit im Bild ZIB13, ORF TVThek
Interview mit Ludwig A. Minelli im «KURIER»
News.at: Verfassungsverbot soll aufgehoben werden – Für Entkriminalisierung des Suizids
Internetseite der Initiative «Religion ist Privatsache»
20. Februar 2014
Studie: Höher gebildete, selbstbewusste Personen entscheiden sich für Sterbehilfe
Stellungnahme von DIGNITAS (PDF) zur Studie der Universität Bern «Suicide assisted by right-to-die associations: a population based cohort study» und zur Pressemitteilung vom 19.2.14 des Schweizerischen Nationalfonds, welche die Studie ankündigt mit «Frauen erhalten häufiger Sterbehilfe als Männer».
13. Februar 2014
Stellungnahme: Anhörung vor Kommission für Justiz und Sicherheit des Zürcher Kantonsrates
Stellungnahme / Ausführungen von DIGNITAS (PDF) bei der Anhörung vor der Kommission für Justiz und Sicherheit des Zürcher Kantonsrates zum Geschäft KR-Nr. 366/2007 / Motion betreffend Kostenverrechnung bei Todesfällen, die durch «Sterbehilfeorganisationen» verursacht worden sind.
6. Februar 2014
«Warum die ‹Krankheitsindustrie› eine offene Diskussion um den Freitod um jeden Preis verhindern will»
Interview mit Ludwig A. Minelli in den «Obersee Nachrichten» (PDF-Datei)
20. Januar 2014
Wenn die Info des SPIEGELS schon nicht stimmt …
Kommentar von Ludwig A. Minelli zum Artikel «Jauch-Talk über Sterbehilfe: Eine Stunde voller Missverständnisse» in «SPIEGEL ONLINE»:
«… SPON schreibt am Schluss: ‹Da wurde zu viel aneinander vorbeigeredet und beharrt und zu wenig verstanden, zum Teil, wie es schien, mit Absicht. Man kann nur hoffen, dass die politischen Debatten, wenn sie nun in Gang kommen, ergiebiger sind und mehr Klarheit schaffen.›
Schön wär’s! Doch schon bei den Informationen, die SPIEGEL online verbreitet, stimmen die Tatsachen nicht. Da wird generell behauptet, das ärztliche Standesrecht verbiete den Ärzten die Beihilfe zum Suizid. Dieses von der Bundesärztekammer angestrebte Verbot ist längst nicht von allen Landesärztekammern in deren Berufsordnung übernommen worden. Ausserdem verstösst das Verbot gegen grundgesetzlich garantierte Rechte, die auch Ärzten zustehen. Vor längerem habe ich die Chefredaktion auf diesen Mangel der Information hingewiesen. Keine Reaktion, weder durch Korrektur, noch durch Antwort. Solange die Verantwortlichen in den deutschen Medien nicht bereit sind, nur schon die Tatsachen richtig wiederzugeben, geschweige denn eine offene Diskussion über das Thema überhaupt in voller Breite zuzulassen, wird auch die deutsche Politik in ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit weiterhin dahindümpeln.»
12. Januar 2014
«Leben und Sterben lassen – Gibt es ein Recht auf den selbstbestimmten Tod?»
IM ZENTRUM – Talkshow im ORF 2: Sendung vom Sonntag, 12. Januar 2014, 22:00 Uhr (YouTube)
In Österreich will die Regierung ein Verbot von Aktiver Sterbehilfe – Tötung auf Verlangen – in der Verfassung verankern. Dabei ist dies durch das österreichische Strafrecht sowieso bereits verboten. Aber es werden auch Forderungen laut, Sterbehilfe in Österreich, ähnlich wie in der Schweiz oder den Niederlanden, zu erleichtern.
Teilnehmer:
Edith Fux, Witwe des Schauspielers Herbert Fux
Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher, ÖVP
Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin, Die Grünen
Ludwig A. Minelli, Gründer von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Ingrid Marth, mobile Sterbebegleiterin, Caritas Socialis, Hospiz Rennweg
Peter Kampits, Philosoph, Bioethik-Kommission
Moderation:
Ingrid Thurnher
25. Januar 2013
«Darf der Staat Suizide verhindern?»
Um die hohe Suizidrate im Kanton Zürich zu senken, hat die Regierung kürzlich eine Reihe von Massnahmen angekündigt. Diese greifen aber zu kurz.
Interview mit Ludwig A. Minelli in der «Zürichsee-Zeitung» (PDF)
13. November 2012
«Organisierte Sterbehilfe: Segen für Leidende oder tödlicher Kommerz?»
Tacheles – Talk am roten Tisch. Talkshow veranstaltet von der Evangelischen Radio- und Fernsehkirche im Norddeutschen Rundfunk NDR.
Internetseite von Tacheles
Ausstrahlung der Talkshow auf Phoenix TV (YouTube)
Teilnehmer:
Nikolaus Schneider, Präses, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
Ludwig A. Minelli, Rechtsanwalt, Gründer von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben
Bernd Busemann, niedersächsischer Justizminister
Walter Fesenbeckh, evangelisch-reformierter Pfarrer, Freitodbegleiter bei Exit (Deutsche Schweiz)
Moderation:
Jan Dieckmann, Pastor
4. Juni 2012
Vernunft verlangt nach Überprüfung einer Koalitionsvereinbarung
CDU/CSU und FDP in Deutschland haben nach der letzten Bundestagswahl im Jahre 2007 in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die «gewerbsmässige Vermittlung von Gele- genheiten zur Selbsttötung» unter Strafe zu stellen.
Im Koalitionsausschuss Mitte März 2012 wurde diese Absicht bekräftigt, worauf im Bun- desjustizministerium ein erster Referentenentwurf (PDF) zu einem Strafrechtsänderungsgesetz erarbeitet worden ist. Der Entwurf ging dann an die Länder-Justizminister sowie andere Kreise zur Stellungnahme. DIGNITAS-Deutschland hat selbstverständlich ebenfalls eine Stellungnahme (PDF) eingereicht. Innerhalb der Bundesregierung wurde der Entwurf noch nicht abgestimmt.
In dieser Stellungnahme wird gezeigt, dass es in der Bundesrepublik nirgends eine «gewerbsmässige Vermittlung von Gelegenheiten zur Selbsttötung» gibt – bemerkenswerterweise ist auch die Begründung zum Referentenentwurf nicht in der Lage, einen solchen Nachweis zu führen.
DIGNITAS-Deutschland weist dabei darauf hin, dass es an jeglicher seriöser Rechtstatsachenforschung mangelt und stellt die Frage, ob die liberale FDP sich tatsächlich als «Sancho Pansa»-Knappe einiger CDU/CSU-Ritter, die als Don Quijotes gegen imaginäre Windmühlen zu kämpfen entschlossen sind, andienen solle.
Es ist zu hoffen, dass auf der Ebene der Bundesregierung eines grossen Landes doch noch Vernunft die Oberhand gewinnt; Koalitionsvereinbarungen werden meist in grosser Eile und ohne grosse vorherige Abklärungen getroffen. Da muss es noch möglich sein, von einem Vorhaben, das sich als Kampf gegen ein nicht existentes Phantom entpuppt, Abstand zu nehmen. Umso mehr, wenn man sieht, welche finanziellen Interessen von jener Lobby vertreten werden, die «haltet den Dieb!» schreit.
19. Januar 2011
Interview mit Ludwig A. Minelli zur Volksinitiative im Kanton Zürich, die Sterbetourismus verbieten will
Interview im Tages-Anzeiger vom 15. Januar 2011 (PDF)
14. Januar 2011
Leben schützen!
DIGNITAS-Deutschland wandte sich am 10. Januar mit einem Brief (PDF) an alle Mitglieder des Deutschen Bundestags: Sterbehilfe sachlich diskutieren!
18. Februar 2010
Untaugliche Vorschläge des Bundesrates zur Regelung organisierter Suizidhilfe
Der Bundesrat hat im Herbst 2009 zwei Vorschläge zur Regelung organisierter Suizidhilfe gemacht:
1. Detaillierte Regelungen im Strafgesetzbuch
oder sogar
2. Gänzliches Verbot organisierter Suizidhilfe
Klares Ziel beider Vorschläge ist es, den durch Organisationen begleiteten Suizid in der Schweiz unmöglich zu machen und sowohl die EXIT-Vereinigungen als auch DIGNITAS zu zerstören.
Grundlage war ein Bericht des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) vom 15. Mai 2009. Dieser Bericht ist ein bemerkenswertes Dokument fachlichen Ungenügens und ideologischer Verbohrtheit der dafür verantwortlichen Chefbeamten des Bundes. Die angeblich «vertieften Abklärungen» beruhen nur gerade auf meist unwahren Berichten unseriöser Boulevardzeitungen. DIGNITAS stellt einen Bericht (PDF) hier mit entsprechenden Kommentaren zur Debatte.
Die Vorschläge des Bundesrates verstossen in erster Linie gegen Bestimmungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Damit soll auch das Bundesgerichtsurteil vom 3. November 2006 (BGE 133 I 58) unwirksam machen. Das Bundesgericht hat ein Menschenrecht auf Beendigung des eigenen Lebens anerkannt. Die Vernehmlassung (PDF) der «Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO)» zeigt, dass die Vorschläge des Bundesrates in die völlig falsche Richtung gehen.
DIGNITAS lehnt die Vorschläge des Bundesrates mit überzeugenden Argumenten ab:
Es gibt keinerlei gültige Gründe dafür, auf Bundesebene das Gesetz zu ändern. Noch im Jahre 2007 war der Bundesrat einstimmig ebenfalls dieser Meinung. Für seine seitherige 180°-Kehrtwendung hat er kein einziges vernünftiges Argument vorbringen können. Offensichtlich ist der Bundesrat von ungetreuen Bundesbeamten massiv in die Irre geführt worden. Diese verstehen sich eher als Agenten des Vatikans und fundamentalistischer Sekten, hängen religiös extremen Vorstellungen an versuchen deshalb, auch Ihre Freiheit und die Freiheit aller anderen Bürgerinnen und Bürger in ähnlicher Weise wie im islamischen Gottesstaat Iran einzuschränken.
7. Februar 2010
«Dem Tod seit langem entfremdet»
Interview mit Ludwig A. Minelli in der «Weltwoche» Nr.5.10 (PDF-Datei)
10. November 2009
Halbwissen, Verschweigen, Verdächtigen – Bundesrat in die Irre geführt
Bericht des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements führt den Bundesrat mittels Halbwissen, bewusstem Verschweigen, absichtlichem Verdächtigen, unlogischen Überlegungen und haltlosen Anschuldigungen in die Irre.
28. Oktober 2009
Bundesrat stellt sich gegen Volkswillen und Bundesgericht
4. April 2009
DIGNITAS wieder in den Schlagzeilen
Ein Radio-Interview von BBC (PDF) mit dem DIGNITAS-Gründer Ludwig A. Minelli gibt die Wirklichkeit verzerrt wieder.
2. Juli 2008
DIGNITAS begrüsst vertiefte Abklärungen des EJPD (PDF)
Medienmitteilung des Bundesrates
15. August 2007
Stellungnahme von DIGNITAS (PDF) zum Entwurf von «Richtlinien für die organisierte Sterbehilfe» des Leitenden Oberstaatsanwalts des Kantons Zürich, Dr. Andreas Brunner. Der Entwurf ist menschenrechtswidrig und zielt darauf ab, die Schweizer Grenze für Hilfesuchende in rechtswidriger Weise zu schliessen.
28. Juli 2007
Interview mit Ludwig A. Minelli innerhalb der Sendung «Samstagsrundschau» von DRS1.
(MP3 Streaming Audio Datei)
22. Juni 2007
Stellungnahme von DIGNITAS nach der Überweisung der Motion Stadler an den Ständerat (PDF)
12. Februar 2007
DIGNITAS zur Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses für Piergiorgio Welby (PDF)
2. Februar 2007
Schweizer Bundesgericht bestätigt Grundrecht auf Suizid (PDF)
Das Urteil im Wortlaut (PDF)
Januar 2007
Stellungnahme von DIGNITAS zur Kampagne der Sonntags-Zeitung (PDF)
Juni 2006
10. Januar 2006
Absichtliche Fehlinformation gegen DIGNITAS in den Medien
Was DIGNITAS dazu zu sagen hat (PDF)
26. Oktober 2005
Prof. Claudia Wiesemann, Leiterin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen (ehemaliger Leiter: der verstorbene Prof. Pohlmeier) findet DIGNITAS unterstützenswert, die Aktivitäten seien richtig und angemessen. Interview im Deutschlandfunk.
Text-Version (PDF)
Audio-Version
25. Oktober 2005
«FOKUS – Die Talkshow»
Gespräch mit Ludwig. A. Minelli im Radio DRS 3
(Audio-Datei) Dauer: 56 Minuten
Moderation und Redaktion: Hannes Hug
22. Oktober 2005
«Selbsttötung ist ein Menschenrecht»
Interview mit Ludwig A. Minelli in der Berliner Zeitung (PDF-Datei)
6. Oktober 2005
«Redezeit – Sterbehilfe menschenwürdig oder inhuman?»
Diskussion im Norddeutschem Rundfunk
(Audio-Datei) Dauer: 55 Minuten
Teilnehmer (in der Reihenfolge des Auftritts):
Ludwig A. Minelli, Rechtsanwalt, Generalsekretär von DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben;
Dr. Ralph Charbonnier, Zentrum für Gesundheitsethik;
Dr. med. Cornelia Goesmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesärztekammer;
Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Hospiz-Stiftung, Berlin
Moderation: Daniel Kaiser / Redaktion: Sabine Seiferth
24. September 2005
Das deutsche Recht verursacht perverse menschenfeindliche Wirkungen (PDF)
24. September 2005
Opposition gegen Sterbehilfe im Interesse des Schutzes von Leben (PDF)
5. August 2005
«Man muss irgendwo offen über das Problem reden können»
Interview mit Ludwig A. Minelli in den «Uster und Züri Oberland Nachrichten» (PDF)
3. Februar 2005
Protokoll des Gespräches der Delegation des Select-Commitee anlässlich des Besuches bei DIGNITAS
Visit of a Delegation of the Select Committee on Assisted Dying for the Terminally Ill Bill to DIGNITAS, Switzerland (PDF; english)
16. Juli 2005
Sommergespräch im Radio DRS 1 der Samstagsrundschau
Mit Gastgeber Patrik Wülser und Ludwig A. Minelli
(Audio-Datei) Dauer: 29 Minuten
28. August 2004
DIGNITAS-Memorandum für das Select-Comitee des britischen Oberhauses in englischer Sprache (PDF)
4. Dezember 2003
Magazin «plädoyer»

Interview mit Ludwig A. Minelli in der Ausgabe 6/2003 (PDF-Datei)
23. Juli 2001
7. Juni 2001
Politische Heuchelei um Sterbehilfe (PDF)